Sorry. No translation of this text till nowTibet und seine MenschenTibet - so wird das größte Hochland der Erde, das sich zwischen den Gebirgssystemen Himalaya, Karakorum und Kunlun über zwei Millionen Quadratkilometer Zentralasiens ausdehnt, nur bei uns benannt. Die Tibeter nennen ihr Land Böyül - ein vieldeutiger Name, der unter anderem mit "Land der Rufe" erklärt wird (weil sich früher die Hirten von Berg zu berg mit akustischen Zeichgen verständigen konnten) oder mit "Land des Bön" - der vorbuddhistischen Religion. Das von Maos Truppen 1951 besetzte Land verlor bei mehreren "Gebietsreformen" schon vorher große Territorien an die heutigen westchinesischen Provinzen Qinghai, Sichuan und Yünnan und wird seitdem von Beijing als "Autonome Region Tibet (TAR)" bezeichnet und verwaltet. In dieser unfruchtbaren, fast baumlosen Grenzregion zu Indien, Nepal, Bhutan und Birma leben auf einer Höhe zwischen 3500 und 5000 Meter ü. M., rund 1,8 Millionen Tibeter, das vermutlich Mehrfache an chinesischen Siedlern und ca. 250 000 chinesische Soldaten. Der buddhistische Staat auf dem "Dach der Welt", der sich jahrhundertelang gegen alle Fremden abgeschottet hatte, wurde nach der Flucht des Dalai Lama 1959 nach Indien von den Chinesen systematisch zerstört. Erst der Liberalisierungsprozeß, der ab 1980 allgemein in der VR China begann, hat auch den Tibetern wieder beschränkte kulturelle und religiöse Freiräume geöffnet - und vermehrt ausländische Touristen ins Land gebracht. Eine kleine Freiheit, die inzwischen schon wieder stark gefährdet ist: Nach dem Aufstand der Mönche im Jahre 1987 ließ Beijing vorerst keine Individualtouristen mehr ins Land - und auch keine Gruppenreisenden mehr. In den letzten beiden Jahrzehnten waren die Gruppenreisen wieder möglich und mit dem Bau der neuen Eisenbahn zwischen Beijing und Lhasa strömen nun Tausende von chinesischen Touristen ins Land. Das Volk der Tibeter wird im allgemeinen als Teil der mongolischen Rasse angesehen, aber heute ist es nicht mehr möglich zu ergründen, ob dies zutrifftt, oder ob nicht vielmehr die tibetische Ethnie den Ursprung für die mongolische Rasse gebildet hat. Zu den Völkern mit körperlichen Merkmalen ähnlich denen der Tibeter sind die Inkas aus Peru, die Apachen aus Neu- Mexiko, die Navajo und Hopi aus Nordamerika zu rechnen. Dies demonstriert das Alter und die Eigenständigkeit des tibetischen Volkes. Mehr noch: Einige traditionelle birmesische Chroniken führen die Abstammung des birmesischen Volkes auf die Tibeter zurück! Diese Behauptung ist schwer nachzuprüfen, aber allein die Tatsache, daß sie besteht, ist von außerordentlichem Interesse. Auf jeden Fall kann man feststellen, daß die birmesische Sprache zahlreiche Worte aufweist, die ähnlich oder gar identisch mit dem Tibetischen sind. Ob die Religion und Kultur Tibets den Lauf der Zeit überstehen wird oder nicht, wird hauptsächlich von den Tibetern - und hier vor allem von den jungen Tibetern - abhängen. Um jedoch das Überleben der tibetischen Kultur und Religion zu gewährleisten, wird der Eifer der jungen Tibeter in ihrer kulturellen und religiösen Identität nicht genügen; darüber hinaus wird es unerläßlich sein, daß sie ein präzises Verständnis von der Religion und Kultur ihrers eigenen Landes entwickeln können.
Allgemeine Informationen und sachliche Kritik am herrschenden Tibetbild: http://www.info-buddhismus.de/Mythos-Shangri_la-Tsering-Shakya.html http://www.info-buddhismus.de/Shangri-La_im_Exil_Toni_Huber.html http://www.info-buddhismus.de/Tibetbild_vs_Verbreitung_Buddhismus_im_Westen_Dagyab_Rinpoche.html
Fotos aus Tibet: Jan Reurink: www.flickr.com/photos/reurinkjan Thomas K. Shor: www.ThomasShor.com
Zitate: "Es ist sehr wesentlich, daß man den Wert und die Einzigartigkeit der tibetischen Kultur erfaßt - ansonsten könnte diese Kultur verloren gehen, so wie es vielen anderen Kulturen im Laufe der Geschichte ergangen ist. Dafür gibt es eine Vielzahl von Beispielen: In Amerika deuten nur noch Spuren darauf hin, daß eine große Zahl einheimischer Kulturen untergegangen sind. Vergleichbare Beispiele finden sich auf der ganzen Welt, schon deshalb, weil wir innerhalb der Zeit leben und weil die Dinge nun einmal der Veränderung in der Zeit unterliegen. Das Studium der Geschichte vermittelt uns also, daß schon viele Zivilisationen unwiderruflich von diesem Erdball verschwunden sind; und da die tibetische Kultur von ganz allgemeinem wie von universellem Wert und Nutzen für alle Menschen und Völker ist, sollte sie für einen möglichst langen Zeitraum bewahrt werden." "Man sollte die Situation möglichst nüchtern betrachten, so wie sich eben darstellt. Die in der tibetischen Kultur bewahrten Kenntnisse gehören der ganzen Menschheit und es wäre eine schreckliche Tragödie, wenn die tibetischen Schriften in Museen enden würden, wo niemand sie mehr lesen und verstehen könnte. Diese Bücher enthalten sehr viel und äußerst nützliches Wissen. Niemand muss Tibetisch lernen oder zum Tibeter werden, um sich dieses Wissen anzueignen; denn ein jeder, der die ungeheuer bedeutsamen Lehren, wie sie durch die tibetische Kulur übermittelt werden, wertschätzt und sich zu eigen macht, kann diese Lehren ohne Schwierigkeiten in seine eigene kulturelle und individuelle Identität integrieren." "In heutiger Zeit leben viele tibetische Lamas im Westen, weil sie gezwungen wurden, ihr Land zu verlassen. Sie reisen, halten Vorträge und unterrichten den Dharma. Doch eines Tages werden auch sie von dannen gegangen sein, und dann wird es wahrscheinlich niemanden geben, der ihre Stelle einnehmen könnte. Die Natur präsentiert ein lebendes Beispiel hierfür: Gewisse große Ameisen begeben sich an einem Punkt ihrer Entwicklung auf Wanderschaft, bilden schließlich Flügel aus und beginnen zu fliegen. Kurz darauf sterben sie. Es ist kein gutes Zeichen, wenn den Ameisen Flügel wachsen und sie anfangen zu fliegen." Chögyal Namkhai Norbu, Zwei Aufsätze zur Geschichte und Kultur Tibets, Tashi Verlag 2004
Sprache, Schrift und sakrale Kunst:Das Überleben Tibets und der Tibeter wird von dem Maße abhängen, in dem die tibetische Kultur erhalten werden kann, und da der Wert und die Bedeutung einer Kultur in ihrer unabhängigen, eigenen Geschichte verwurzelt ist und diese wiederum zwangsläufig auf einer eigenen Sprache und Schrift beruht, ist es von großer Bedeutung, nach den Ursprüngen der tibetischen Schrift zu suchen und diese zu studieren. In vergangenen Zeiten reisten viele tibetische Gelehrte unter größten Härten nach Indien und Oddiyana (das vermutlich im heutigen nördlichen Afghanistan oder in Orissa gelegen hat), um sich die buddhistischen Lehren anzueignen und ihn sodann in Tibet zu verbreiten. Von dieser Vorgehensweise leitete sich die Tradition ab, Indien als die ursprüngliche Quelle für die tibetische Kultur anzusehen. Diese Tradition hatte den Vorzug, die buddhistischen Lehren zu preisen und das Gedenken an die buddhistischen Könige, die Übersetzer der heiligen Texte und die Panditas dieser Zeit iin Ehren zu halten, vermittelte aber gleichzeitig den Eindruck, daß Tibet vor der Einführung des Buddhismus eine eigene ursprüngliche Kultur fehlte. Tibetischen Historikern zufolge gab es aber vor den ersten buddhistischen Königen Songtsen Gampo und Trisong Detsen (ab dem 7. Jahrhundert u. Z.) jedoch bereits 32 Generationen von Königen. Der tibetische Buddhismus konzentriert sich seit Anbeginn auf die Reinhaltung seiner Traditionen, die nicht von jedermann fabriziert werden können. So beginnen alle Übersetzungen ins Tibetische mit der zusammengefassten Wiedergabe des Sanskrit-Titels. Dies symbolisiert, dass der Text nicht etwas ist, was selbstgemacht ist, sondern die Weisheit eines Menschen enthält, der das Geschriebene verwirklicht hat. Die sakrale Kunst Tibets ist auf das Engste mit dem Mahayana- Buddhismus verbunden. Sie dient im Wesentlichen dem Zweck der Illustration der profunden Psychologie und Methodik des buddhistischen Tantra- Weges (Vajrayana). Sie hat konkret praktische Bedeutung und wird von Praktizierenden zur Unterstützung der eigenen Visualisation in der Meditation verwandt. Die sogenannten Thangkas erfahren - ähnlich wie Buddhastatuen - sehr hohe Wertschätzung und Verehrung. Die Herstellung der buddhistischen Kunstwerke unterliegt einer sehr strengen Symmetrie und Farbgebung, die aus der Zeit des Buddha stammen soll. Die Ausbildung eines tibetischen Künstlers dauert viele Jahre und wird im indischen Exil und auch im Westen fortgesetzt.
Mahayana und Vajrayana- Buddhismus:Begeistert berichten Tibet-Reisende von der Herzlichkeit und Freundlichkeit der dortigen Menschen. Wenn man die Tibeter selbst befragt, warum diese Eigenschaften bei ihnen so hervorstechen, so ist zu hören: "Es ist nicht so, dass wir anders als andere Menschen wären, aber das allgemeine Klima von Mitgefühl, die allgegenwärtige Ausrichtung an den Lehren des Buddha, hat uns tausend Jahre lang geprägt.“ Die Kargheit der Umwelt, die Reduktion und Konzentration auf die elementaren Gegebenheiten des Daseins erzeugen ein Bewusstsein, das für die buddhistische Lehre von Vergänglichkeit, Abhängigkeit und Wesenlosigkeit der äußeren und inneren Erscheinungen empfänglich zu sein scheint. Während die philosophischen Traditionen des Buddhismus im Mutterland Indien nahezu ausgelöscht wurden, haben die Tibeter diese in allen möglichen Formen zu bewahren versucht. Nicht nur, dass die Tibeter ihre Sprache und Schrift umformten, um die Inhalte der buddhistischen Texte exakt übertragen zu können, sie in Ausrichtung auf die indischen Vorbilder strukturierten und sublime Formalien schufen, diesen gerecht zu werden, sie verstanden es vor allem, die philosophische Tiefe des indischen Sutrayana, Mahayana und Vajrayana mit den unübertrefflichen Mahamudra und Dzogchen- Lehren zu durchdringen und deren fundamentale Bedeutung sichtbar werden zu lassen in der geistigen Verwirklichung zahlreicher Meister und Meisterinnen wie Milarepa, Jesche Tsogyal, Matchik Labdrön, Sakya Pandita, Je Tsongkhapa, Gyalwa Karmapa u.v.a. Diese vermochten den Zugang zu den profunden Aussagen über den Geist und die Wirklichkeit von Generation zu Generation offen zu halten und bis in die heutige Zeit lückenlos und unverfälscht zu übertragen. Die tibetischen Gelehrten, Yogis und Yoginis haben eine große Fülle an Schriften und besonders mündlichen Überlieferungen zum Verständnis der Lehren hinterlassen, welche die authentische Erfahrung des Erwachens auf (u.a.) sehr poetische Weise bezeugen. Nur ein Bruchteil davon wurde bislang aus dem Tibetischen übersetzt und kann somit von der Weltöffentlichkeit zur Kenntnis genommen werden.
Dagyab Rinpoche über den Tibetischen Buddhismus im Westen siehe: http://info-buddhism.com/Buddhism_in_the_West_and_Image_of_Tibet-Dagyab_Rinpoche.html Die tibetische MedizinDie tibetische Medizin ist ein einzigartiges Heilsystem und eine der ältesten medizinischen Traditionen der Welt. Ihre Philosophie und Geschichte, ihre Kosmologie, ihre Meditationsgottheiten, ihre Heilweise und Ethik sind gänzlich vom Buddhismus geprägt. Das medizinische Wissen Indiens gelangte im 7. Jahrhundert zusammen mit dem Buddhismus nach Tibet zu einer Zeit, wo die ayurvedische Tradition in voller Blüte stand. Tausend Jahre dieser hochentwickelten Medizin sind durch schriftliche Zeugnisse belegt, und die mündliche Überlieferung reicht bis in die vedische Zeit (ca. 5000 bis 2000 v. Chr.) zurück. In den Jahrhunderten nach dieser Übertragung von Indien nach Tibet erlebte das Ayurveda in seinem Heimatland, ähnlich wie der Buddhismus, einen rapiden Niedergang und ging teilweise verloren. In Tibet blieb es jedoch erhalten und wurde durch chinesische und persische Elemente erweitert. All das haben die Tibeter mit ihrer vorbuddhistischen schamanischen Tradition verbunden und bis heute fortentwickelt. Die erstaunliche Wirksamkeit dieser Medizin ist in Zentralasien seit Jahrhunderten bekannt, deshalb wird Tibet auch das `Land der Heilpflanzen` genannt. Die hochentwickelte Form der Prophylaxe, Diagnose und Behandlung, die in einer bemerkenswert ursprünglichen Reinheit erhalten blieb, ist eines der größten Geschenke, welches die tibetische Kultur der Welt anzubieten hat. Der Gesamtlehrplan des medizinischen Studiums umfasst vier traditionelle Werke, die sogenannten Medizin-Tantras, in denen alle Aspekte der Heilkunde detailliert beschrieben sind.
Zu den Perspektiven:Dieses geistige Erbe der Menschheit ist heute so bedroht wie niemals zuvor! Die Zerstörungen während der chinesischen Kulturrevolution, die unaufhaltsame Bevölkerungs- und Bildungspolitik des kommunistischen Regimes in Beijing, die raschen Umwälzungen der modernen Industriegesellschaft und die für China bedeutende geo-politische und militärische Lage der Region lassen ernsthaft Zweifel aufkommen, ob diese einzigartige Kultur jemals wieder autark sein wird und überhaupt zu retten ist. Die Bewahrung von Kultur soll nicht das Verharren in Rückständigkeit bedeuten, wie es S. H. Dalai Lama klar ausgedrückt hat. Es geht auch nicht um den Bau von Museen mit Artefakten, die ihre einstige Relevanz verloren haben und nur mehr stumme Zeugen einer vergangenen Zeit sind. Priorität muss die Förderung der lebendigen Kultur Tibets haben, der geistigen Glut, die noch immer in der Lage ist, ein knisterndes Feuer hervorzubringen. Die Sprache, die Schrift, die komplexe Literatur des Landes, die traditionelle Medizin, die Astrologie und die monastischen Traditionen mit einer Vielfalt von sakralen Bräuchen sollten ebenso berücksichtigt werden wie die brennenden sozialen und ökologischen Fragen des modernen Tibet.
Auszüge aus Interviews mit dem Dalai Lama: Frage: Sie haben die chinesische Führung in den vergangenen Jahren scharf kritisiert. Sie sprachen sogar von "kulturellem Völkermord". Dalai Lama: Früher hieß es von chinesischer Seite immer, neben der Angst vor der Abspaltung stelle vor allem der ungebrochene buddhistische Glaube eine Gefahr dar. Daher auch die rigiden Kontrollen der Klöster und die Umerziehungsversuche usw. Jetzt aber versuchen die Verantwortlichen ganz bewusst unsere Sprache zu eleminieren: In Tibet brauche man kein Tibetisch mehr, das haben sie ganz offen gesagt. In manchen Gebieten soll das Tibetische ganz aus den Schulen verbannt werden. Es gibt sogar Dokumente, die das belegen. Restaurants, Geschäfte usw. in Lhasa sind in chinesischer Hand. Auch deshalb spreche ich ganz bewusst vom kulturellen Völkermord. Ob das mit Absicht geschieht oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber kultureller Genozid findet statt, das ist klar dokumentiert." Frage: Sie haben die chinesische Führung in den vergangenen Jahren scharf kritisiert. Sie sprachen sogar von "kulturellem Völkermord". Dalai Lama: Früher hieß es von chinesischer Seite immer, neben der Angst vor der Abspaltung stelle vor allem der ungebrochene buddhistische Glaube eine Gefahr dar. Daher auch die rigiden Kontrollen der Klöster und die Umerziehungsversuche usw. Jetzt aber versuchen die Verantwortlichen ganz bewusst unsere Sprache zu eleminieren: In Tibet brauche man kein Tibetisch mehr, das haben sie ganz offen gesagt. In manchen Gebieten soll das Tibetische ganz aus den Schulen verbannt werden. Es gibt sogar Dokumente, die das belegen. Restaurants, Geschäfte usw. in Lhasa sind in chinesischer Hand. Auch deshalb spreche ich ganz bewusst vom kulturellen Völkermord. Ob das mit Absicht geschieht oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber kultureller Genozid findet statt, das ist klar dokumentiert." "Trotz der bedrückenden Lage nach den Aufständen ist der Geist in Tibet überall erstarkt, er ist hellwach. Bei allem Gram glaube ich, es gibt dennoch mehr positive Einflüsse für eine Lösung". Quelle: Zeitschrift "Tibet und Buddhismus", Sept 2009
Botschaft des Dalai Lama im Jahre 2010 zum 51. Jahrestag des tibetischen Nationalaufstands:
Many faiths - one Truth "When I was a boy in Tibet, I felt that my own Buddhist religion must be the best — and that other faiths were somehow inferior. Now I see how naïve I was, and how dangerous the extremes of religious intolerance can be today. Though intolerance may be as old as religion itself, we still see vigorous signs of its virulence. In Europe, there are intense debates about newcomers wearing veils or wanting to erect minarets and episodes of violence against Muslim immigrants. Radical atheists issue blanket condemnations of those who hold to religious beliefs. In the Middle East, the flames of war are fanned by hatred of those who adhere to a different faith. Such tensions are likely to increase as the world becomes more interconnected and cultures, peoples and religions become ever more entwined. The pressure this creates tests more than our tolerance — it demands that we promote peaceful coexistence and understanding across boundaries. Granted, every religion has a sense of exclusivity as part of its core identity. Even so, I believe there is genuine potential for mutual understanding. While preserving faith toward one’s own tradition, one can respect, admire and appreciate other traditions. An early eye-opener for me was my meeting with the Trappist monk Thomas Merton in India shortly before his untimely death in 1968. Merton told me he could be perfectly faithful to Christianity, yet learn in depth from other religions like Buddhism. The same is true for me as an ardent Buddhist learning from the world’s other great religions. A main point in my discussion with Merton was how central compassion was to the message of both Christianity and Buddhism. In my readings of the New Testament, I find myself inspired by Jesus’ acts of compassion. His miracle of the loaves and fishes, his healing and his teaching are all motivated by the desire to relieve suffering. I’m a firm believer in the power of personal contact to bridge differences, so I’ve long been drawn to dialogues with people of other religious outlooks. The focus on compassion that Merton and I observed in our two religions strikes me as a strong unifying thread among all the major faiths. And these days we need to highlight what unifies us. Take Judaism, for instance. I first visited a synagogue in Cochin, India, in 1965, and have met with many rabbis over the years. I remember vividly the rabbi in the Netherlands who told me about the Holocaust with such intensity that we were both in tears. And I’ve learned how the Talmud and the Bible repeat the theme of compassion, as in the passage in Leviticus that admonishes, “Love your neighbor as yourself.” In my many encounters with Hindu scholars in India, I’ve come to see the centrality of selfless compassion in Hinduism too — as expressed, for instance, in the Bhagavad Gita, which praises those who “delight in the welfare of all beings.” I’m moved by the ways this value has been expressed in the life of great beings like Mahatma Gandhi, or the lesser-known Baba Amte, who founded a leper colony not far from a Tibetan settlement in Maharashtra State in India. There he fed and sheltered lepers who were otherwise shunned. When I received my Nobel Peace Prize, I made a donation to his colony. Compassion is equally important in Islam — and recognizing that has become crucial in the years since Sept. 11, especially in answering those who paint Islam as a militant faith. On the first anniversary of 9/11, I spoke at the National Cathedral in Washington, pleading that we not blindly follow the lead of some in the news media and let the violent acts of a few individuals define an entire religion. Let me tell you about the Islam I know. Tibet has had an Islamic community for around 400 years, although my richest contacts with Islam have been in India, which has the world’s second-largest Muslim population. An imam in Ladakh once told me that a true Muslim should love and respect all of Allah’s creatures. And in my understanding, Islam enshrines compassion as a core spiritual principle, reflected in the very name of God, the “Compassionate and Merciful,” that appears at the beginning of virtually each chapter of the Koran. Finding common ground among faiths can help us bridge needless divides at a time when unified action is more crucial than ever. As a species, we must embrace the oneness of humanity as we face global issues like pandemics, economic crises and ecological disaster. At that scale, our response must be as one. Harmony among the major faiths has become an essential ingredient of peaceful coexistence in our world. From this perspective, mutual understanding among these traditions is not merely the business of religious believers — it matters for the welfare of humanity as a whole". Tenzin Gyatso, the 14th Dalai Lama 2010, Toward a True Kinship of Faiths: How the World’s Religions Can Come Together.” |

