dalailama.jpg

Marian van der Horst
Die Kunst des Thangka- Zeichnens

Fr. 15. - So. 17. Oktober

Seit ca. 2000 Jahren werden das Abbild des Buddha in Indien und im weiteren Verlauf der Geschichte auch die zahlreichen Meditationsgottheiten des tantrischen Buddhismus im Detail übertragen. Hier hat in den letzten 1000 Jahren die tibetische Kultur eine Schlüsselrolle
eingenommen und besonders der überlieferte Karma Gadri Malstil aus Osttibet.

An diesem Wochenende lernen wir die traditionellen symmetrischen Formen des Buddha-Antlitzes und seine vollkommene Gestalt zeichnen. Wer bereits an den früheren Kursen teilgenommen hat, wird eine neue Aufgabe bekommen.

Marian van der Horst kommt aus Gelek Rinpoches Jewel Heart Centrum in Nyimwegen / Holland und gehört zu den wenigen westlichen Thangka-Lehrerinnen, die noch vom verstorbenen Gega Lama aus Tibet, einem großen Meister des Karma Gadri Malstils, ausgebildet wurden. Sie lehrt seit mehreren Jahrzehnten in ganz Europa und verbindet den eigenen Unterricht mit der kontemplativen Übung und der buddhistischen Achtsamkeitsmeditation.

Marian van der Horst über die Thangka- Kunst Tibets:

„Das Phänomen `Thangka` ist im Westen recht bekannt geworden und wird wegen seiner Schönheit, Beweglichkeit und tiefgehenden Symbolik sowohl von buddhistisch Praktizierenden wie auch Nicht- Buddhisten bewundert. Ein Thangka ist ein „Rollbild“, das auf Textil gemalt wird und nach Fertigstellung leicht und flexibel zu transportieren ist. Das Thangka enthält eine profunde Botschaft und vermittelt Kenntnisse auf unterschied-lichen Ebenen: Einige Menschen erhalten rein visuelle Informationen und schätzen zum Beispiel die große Perfektion in der geometrischen Anordnung. Aber sobald wir mehr über die Meditationsaspekte im tantrischen Buddhismus Tibets erfahren, kann das Thangka leicht zum Objekt der Meditation werden. Wenn wir schließlich in die komplexe Symbolik der Gestaltung eingeführt sind, wird diese zum Mittel für das tiefe Verstehen des eigenen Geistes. Deshalb ist das genaue Zeichnen und Malen einer Thangka so wunderbar und speziell. Wir treten in Kontakt mit dem Geist des Buddha und dem vielfachen Ausdruck seiner erwachten Qualitäten. Durch die einsgerichete Übung und die tiefe Konzentration wird das Zeichnen und Malen zu einer kontemplativen Aktivität und zur Praxis von Meditation. Jede Gestalt im Thangka basiert auf der Kombination von horizontalen und vertikalen Linien und Rastern, die traditionell festgelegt sind. Mithilfe von nur wenigen exakten Grundlinien entsteht die Grundlage für die vollkommenen Proportionen des Körpers eines Buddha. So wird es für jede(n) möglich schon einmal das Haupt des Buddha zu zeichnen. Das Thangka- Malen beginnt erst später und nach dem ausführlichen Studium und der intensiven Übung".

Für den Kurs brauchen wir:

A3- Malpapier, 2 Bleistifte HB und 2H, Radiergummi, ein Maldreieck und ein Zirkel.

Es ist zu empfehlen ein Schreibbuch mitzubringen, weil es viel Information über den Symbolismus geben wird. Der Zeichenkurs wird auch Meditationsübungen beinhalten.

Über die Geschichte der Thangka- Kunst:

Das Thangka- Malen ist eine alte tibetisch- buddhistische Kunstform, die in Tibet seit mehr als 1000 Jahren praktiziert wird. Thangka ist das tibetische Wort für Malen. In den sakralen Bildern wird die Vielzahl der tantrischen  Meditationsgottheiten und großen Meister, wie z. B. der historische Buddha Shakyamuni, abgebildet. Die Bilder inspirieren aufgrund der Schönheit und vollkommenen Symmetrie. Sie dienen hauptsächlich der visuellen Unterstützung in der Praxis der Meditation. Der Ursprung der Thangka- Malerei geht auf den Buddha Shakyamuni zurück, der vor etwa 2600 Jahren in Indien gelebt hat. Er lehrte das Dharma an eine große Anzahl von Menschen, wozu auch Künstler gehörten, die er unterrichtet und inspiriert haben soll. Schon zu Lebzeiten hat sich das Buddha Dharma in Indien und den benachbarten Ländern ausgebreitet. Es ist im frühen 7. Jahrhundert u. Z. nach Tibet gelangt. Um den Buddhismus in Tibet zu etablieren hat der tibetische König Songtsen Gampo die chinesische Prinzessin Kongdscho geheiratet, die die ersten buddhistischen Schriften, Skulpturen und Malereien nach Tibet gebracht hat. Mit ihr kamen auch Künstler, die den eigenen Malstil eingeführt haben. So wird die frühe Zeit der tibetischen Thangka- Malerei als alter Gadri- Stil bezeichnet. Ein weiterer Malstil wurde im 9. Jahrhundert u. Z. aus Nepal eingeführt. Er trägt den Namen Menri. Das sind die beiden wichtigsten Thangka- Traditionen, die verschiedene Schulen hervorgebracht haben. Das Gadri ist hauptsächlich im Osten Tibets (Kham) zu finden und das Menri in Zentral- und Westtibet. Im Jahre 1500 erlebte der Gadri- Stil eine Renaissance durch den Einfluss des Malers Namka Tashi, der mit dem großen Heiligen Mikyö Dorje, dem 8. Karmapa, verbunden war. Weitere wichtige Einflüsse stammen von den Künstlern Chö Tashi und Kasho Karma Tashi. Diese drei Künstler, die gleichzeitig auch Praktizierende waren, haben den so genannten Karma Gadri Stil der tibetischen Thangka- Malerei begründet, der bis zum heutigen Tage lebendig ist.

Für weitere Informationen siehe:

www.thangka-marianvdhorst.com

www.tibetan-thangkas.co.uk

 

Ort: Bodhicharya- Zentrum, Kinzigstr. 25 - 29, UBhf. Samariterstr.

Beginn: Fr. 19 Uhr / Sa. 10 - 17 Uhr / So. 10 - 15 Uhr

Kursteilnahmegebühren: 75 Euro / erm. 65 Euro

Information: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

Die schriftliche Anmeldung ist unbedingt erforderlich: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

 

 

 

Ingrid Hermina Pohli

WORKSHOP
"Mantras kreativ gestalten"

Mittwoch, 20. Oktober

  

Um die besondere Wirkung von gesungenen Mantras zu erfahren, lernen wir sie auf unsere eigenen, wohlbekannten Melodien zu montieren. Öfter (auch nebenbei) geträllert oder gesummt, entfalten sie sich selbstheilend und glücksfördernd im eigenen Geist.

Dieser workshop ist ist ein offenes, generationsübergreifendes und interkulturelles Angebot an alle, die sich gerne mit ihrer Singstimme ausdrücken wollen - Vorkenntnisse oder Schönheit der Stimme sind nicht erforderlich.

Eine fortlaufende Gruppe ist bei Interesse möglich. (z. B. dienstags 17:00 bis 19:00 Uhr)

Eine Kooperation der Begegnungsstätte Mehringkiez mit Tibethaus Berlin e. V.

Termin: Mittwoch, 20. Oktober, 18:00 - 21:00 Uhr

Ort: Begegnungsstätte Mehringkiez, Friedrichstr. 1 (Gartenhaus), 10969 Berlin, UBhf. Hallesches Tor, Bus M41, S-Anhalter Bahnhof

Leitung: Ingrid Hermina Pohli (54), Diplom Sozial- und Kreativpädagogin, erfahrene Lehrerin für Astanga Yoga, Buddhistin, Mitglied von Tibethaus Berlin e. V.

Beitrag: Spende (DANA) an den Verein (z. B. 7,- 12 Euro)

Hier ist die Anmeldung ist nicht erforderlich.