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Zum Wohle der Wesen - zum Erhalt der Kultur Tibets „Ich habe den Eindruck, dass die tibetische Kultur mit ihrem einmaligen Erbe, das durch die Anstrengungen von vielen gutherzigen Menschen, durch die Jahrhunderte alten Kontakte mit der Mongolei, mit China, mit Indien, mit Nepal, mit Persien, und durch das natürliche Umfeld eine besondere Art von Energie entwickeln konnte, die hilfreich ist bei der Schaffung von geistigem Frieden und Glück.“ Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama Das tibetische Hochland bildet durch die besondere geographische Lage inmitten von Asien ein wichtiges kulturelles Bindeglied. Über die alten Handelswege der Seidenstraße fand in den letzten Jahrtausenden nicht nur ein reger Warenaustausch statt, sondern auch der Austausch von Gedanken, Philosophien und Weltanschauungen. Dies führte zum besonders reichen spirituellen Erbe Tibets, das seine geistigen Wurzeln in der frühen mündlichen Überlieferung der Bön-Tradition und ab dem siebten Jahrhundert nach Chr. im Mahayana Buddhismus aus Indien hat.
Tibethaus Berlin e. V. bemüht sich um den Erhalt der bedrohten Kultur Tibets, die sich nach jahrzehntelanger Okkupation und Unterdrückung durch die chinesischen Besatzer und die Massenübersiedlung von Bürgern aus China in den letzten Jahrzehnten sehr verändert hat. Es droht die Gefahr des Verlustes der eigenen Sprache und damit der kulturellen Identität. Die chinesische Wirtschaft ist dabei das tibetische Hochplateau, das über große und seltene Bodenschätze, Mineralien und viel Wasser verfügt, völlig auszubeuten und auszuplündern. Während das kulturelle und spirituelle Interesse an Tibet weiter steigt, drohen nicht nur der rasche kulturelle Genozid, sondern auch der Ökozid des "Dritten Pols" der Erde. Unser Verein möchte eine Schnittstelle in Berlin bilden, die nicht nur die alte tibetische Weisheitskultur erforscht und präsentiert, sondern sich auch mit den dringenden Fragen des modernen Tibet befasst, um sie mit den positiven Entwicklungen der westlichen Gesellschaften zu verknüpfen.
Die offizielle Schirmherrschaft von Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama, ist angestrebt. Er hat den Wunsch geäußert, dass weltweit mehr Tibethäuser entstehen. Die zwei wichtigsten konzeptuellen Säulen des Vereins: - Kulturinstitut
- Netzwerk
Tibethaus Berlin e. V. ist ein Kulturinstitut zum Kennen lernen der tibetischen Kultur und der vom Buddhismus geprägten Länder Zentralasiens. Es möchte Ausstellungen über die Kunst und Musik, Filmdokumentationen und Vorträge über die geschichtlichen, ökonomischen und ökologischen Aspekte anbieten. Das inhaltliche Programm soll es möglich machen die tibetische Sprache zu erlernen. Es werden u.a. Vorträge und Seminare über die Grundlagen der tibetischen Naturheilkunde und Medizin, der Astrologie, des tibetischen Heilyoga und der tibetischen Zeichen- und Malkunst (s. Thangka) angeboten. Das moderne Leben in Tibet wird von tibetischen Künstlern, Autoren und westlichen Besuchern präsentiert. Die buddhistische Kultur Tibets bietet die Möglichkeit profunde Antworten auf die grundlegenden Fragen der Menschheit, wie die Transformation von Leiden, die Schaffung von nachhaltigen postiven Umständen und das harmonische Zusammenleben von unterschiedlichen Kulturen, Gesellschaften und Religionen zu finden. Der Verein möchte das philosophische Studium und die praktische Anwendung der buddhistischen Lehren fördern und lädt zu diesem Zweck auch tibetische Meister und buddhistische Gelehrte ein. Der Aufbau eines buddhistischen Literaturarchivs (mit Mediathek) und die Entwicklung eines modernern Bildungs- und Erziehungsprogramms auf den Grundlagen des Mahayana-Buddhismus sind geplant.
Der Verein möchte Netzwerk und Treffpunkt sein für die an Tibet interessierten Menschen und die in Berlin lebenden Tibeter. Wir bieten auf Wunsch soziale Beratung und konkrete Starthilfe für Flüchtlinge aus Tibet. Er möchte eine Gemeinschaft von Menschen fördern, die die menschlichen Eigenschaften der Herzensgüte, des Mitempfindens, der Weisheit und globalen Verantwortlichkeit gemeinsam entwickeln, um den Menschen in Tibet und ihrer bedrohten Kultur zu helfen. So unterstützt der Verein auch einige soziale Projekte in Tibet. Unsere fünf Vortrags- und Seminarreihen: 1. Tibet aktuell mit aktuellen Informationen über die Situation in Tibet 2. Tibet Salon mit Kulturveranstaltungen, Benefiz-Konzerten, Festivals 3. Tibet und Buddhismus mit Sprach- und Textstudium 4. Traditionelle Tibetische Kunst mit Workshops, Ausbildung 5. Traditionelle Tibetische Medizin mit Einführungen, Workshops Zitate von Seiner Heiligkeit Dalai Lama:
„Nach dem buddhistischen System der Zeitrechnung sind mehr als 2500 Jahre vergangen, seit der Buddha in das Parinirwana eingegangen ist. Die Welt hat sich in materieller Hinsicht sehr entwickelt, jedes Jahr gibt es neue wissenschaftliche Fortschritte und der Lebensstandard ist weltweit gewachsen. Die meisten Probleme der mehr als sechs Milliarden Erdbewohner werden, faktisch betrachtet, durch den Mangel an Liebe und Mitgefühl hervorgerufen. Die Menschheit ist mit vielen Problemen konfrontiert, angefangen von den individuellen Konflikten und den familiären Problemen, bis zum Streit zwischen den ethnischen Gruppen und den Nationen. Das ist auf den Mangel an Liebe und Mitgefühl zurück zu führen und viele Menschen haben dies verstanden. Wir haben den Punkt erreicht, wo sogar einige Politiker die Worte „Liebe“ und „Mitgefühl“ verwenden und Wissenschaftler auf die Tatsache hinweisen, dass Liebe und Mitgefühl wichtig sind zur Beibehaltung eines gesunden Geistes und Körpers. Deshalb ist es an der Zeit, den Sinn für Liebe und Mitgefühl in der Welt zu entwickeln. Diesen Standpunkt vertrete ich oft. Das 21. Jahrhundert wird für mich das Jahrhundert der Gewaltlosigkeit, der Liebe und des Mitgefühls.“ Mundgod / Indien, 2008
"Ich denke, dass es zwischen Religion und Spiritualität zu unterscheiden gilt. Die religiösen Traditionen befassen sich nach meinem Verständnis mit dem Glauben an eine Erlösung, d. h. mit einem Aspekt, der von einer Form der metaphysischen oder philosophischen Wirklichkeit ausgeht, die möglicherweise den Gedanken an einen Himmel oder eine Hölle mit beinhaltet. Daraus resultieren die jeweiligen religiösen Lehren, die Dogmen, die Rituale und Gebete, während die Spiritualität sich mit den Qualitäten des menschlichen Geistes befasst. Dazu zähle ich die Liebe, das Mitgefühl, die Geduld, die Toleranz, die Vergebung, die Zufriedenheit, das Verantwortungsgefühl und die Harmonie, die uns selbst und den anderen Menschen das Glück bringt. Während das Ritual, das Gebet und die Frage nach dem Nirwana oder einer Erlösung in direkter Verbindung mit dem religiösen Glauben stehen, sind diese nicht unbedingt notwendig für die Entfaltung der inneren Qualitäten. Es spricht also nichts dagegen sie weiter zu entwickeln und auf sehr hohem Grade. So gesehen ist es nicht unbedingt notwendig, sich auf ein religiöses oder metaphysisches Glaubenssystem zu beziehen. Das ist der Grund, warum ich manchmal erwähne, dass wir vielleicht auch ohne die Religionen auskommen könnten. Worauf wir jedoch nicht verzichten können sind die wesentlichen spirituellen Qualitäten." Auszug aus: The Pocket Dalai Lama, Hrsg. Mary Craig, Snow lion Publications, USA
"Ich glaube immer, dass es viel besser ist, wenn es eine Vielzahl an Religionen gibt, eine Vielzahl an Philosophien, und nicht nur eine einzige Religion oder Philosophie. Das ist notwendig auf Grund der unterschiedlichen geistigen Veranlagungen der Menschen. Außerdem hat jede Religion jeweils einzigartige Vorstellungen und Techniken und sie kennen zu lernen, kann nur bereichernd wirken auf den eigenen Glauben." Die Zitate sind entnommen aus: Dominique Side, Buddhismus - Ein Grundlagenwerk für Lehrende, Lernende und alle Interessierten - Manjugosha Verlag, Berlin- Zeuthen 2010, siehe auch: www.manjughosha.de
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